"Kopernikus-Projekte für die Energiewende" gehen an den Start

Anfang April hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die vier ausgewählten "Kopernikus-Projekte für die Energiewende" bekanntgegeben. In diesen Projekten werden gemeinsam von Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft technologische und wirtschaftliche Lösungen für den Umbau des Energiesystems entwickelt.

Die Forschungsinitiative ist in vier Schlüsselbereiche unterteilt: Der Entwicklung von Stromnetzen, der Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie durch Umwandlung in andere Energieträger, der Neuausrichtung von Industrieprozessen auf eine schwankende Energieversorgung und dem verbesserten Zusammenspiel aller Bereiche des Energiesystems. Durch die zehnjährige Ausrichtung der Projekte und die enge Zusammenarbeit mit der Industrie sollen Ergebnisse aus der Grundlagenforschung bis hin zur Anwendung geführt werden. Das BMBF stellt für die erste, dreijährige Förderphase bis zu 120 Millionen Euro bereit. Bis 2025 sollen weitere 280 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Die „Kopernikus-Projekte“ sind Teil des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung „Forschung für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“.

Der Zuschlag für das Themenfeld 3 „Industrieprozesse“ ging an das Projekt SynErgie (Synchronisierte und energieadaptive Produktionstechnik zur flexiblen Ausrichtung von Industrieprozessen auf eine fluktuierende Energieversorgung) unter der Leitung von Professor Eberhard Abele der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Stuttgart, die ein Konsortium von 83 Partnern anführen. Mit dem Projekt SynErgie soll erstmals in Deutschland branchenübergreifend demonstriert werden, wie gerade energieintensive Produktionsprozesse an eine schwankende Energieversorgung angepasst werden können. Durch diese Maßnahmen könnten die Energieversorgungskosten der Industrie bis 2020 um schätzungsweise mehr als 10 Milliarden Euro verringert werden, während gleichzeitig die CO2-Emissionen erheblich reduziert werden.

Das Projekt „SynErgie“ betrachtet zunächst die energieintensiven Schlüsselproduktionsprozesse der Branchen Stahl- und Aluminium-Herstellung, chemische Industrie, Maschinen- und Anlagenbau, Papier-, Lebensmittel- und Automobilindustrie. Die TU Darmstadt verfügt über umfangreiche Kompetenz auf dem Gebiet der Energieforschung. Ein eigener Profilbereich „Energiesysteme der Zukunft“ bringt mehrere für Energieforschung  relevante Fachdisziplinen zusammen.  Dabei werden nicht nur technologische Grundlagen erforscht, sondern auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte in Betracht gezogen. Um unter Realbedingungen und im Originalmaßstab zu erforschen, wie sich durch intelligente Vernetzung aller Gebäude- und Produktionskomponenten Energie in der Industrie effizienter nutzen lässt, wurde zudem auf dem Campus Lichtwiese der TU Darmstadt kürzlich die „ETA-Modellfabrik“ eröffnet. Die ETA-Fabrik umfasst die Stufen der industriellen Fertigung vom Roh- bis zum Fertigteil.

 

Die Konsortien der „Kopernikus-Projekte“ werden in diesem Jahr mit  den Forschungsvorhaben beginnen. Die Projektlaufzeit ist in drei Phasen unterteilt, so dass eine Anpassung an aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse möglich ist. Auch innerhalb der Projektphasen werden unabhängige Experten die Fortschritte fortwährend begleiten und evaluieren. Das BMBF wird zusätzlich eine Ausschreibung im Jahr 2017 veröffentlichen, damit weitere Partner die Möglichkeit erhalten, ihre Expertise in die Konsortien einzubringen.

 

Quellen:

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

www.kopernikus-projekte.de

www.tu-darmstadt.de

www.eta-fabrik.tu-darmstadt.de